Das sagt die Presse

(Die Artikel stammen aus der Zeit vor unserer Umbenennung in Altrego)

Es reicht für eine Stunde

Leine Nachrichten 22.11.2000

Sie nennen sich die Intendanten der “Holznasen”. Viktor Kucera und Dirk Volkmann gastierten am Montagabend mit ihrem Marionetten-Ensemble in der Pattenser Leine -Volkshochschule (VHS). Die Führung ihrer massiv-hölzernen Stars fiel den beiden Theater-Chefs buchstäblich schwer. “Der Jo wiegt schon neun Kilo”, sagt Kucera. 2Als wir 1994 mit den Puppen anfingen, konnten wir nur fünf Minuten spielen. Jetzt haben wir schon die Kraft für eine Stunde”, fügt er hinzu.
Die Stücke “Aloha He”, “Mallorca”, Mama Leone” und “Fanos´größte Liebe” sind daher bewußt auf eine Länge von je 20 Minuten beschränkt.
Die 40 Zuschauer im voll besetzten kleine Ratskellersaal litten mit den virtuos geführten Holzfiguren in ihren tragikomischen Rollen.Der gleichermaßen muskulöse wie schwerbäuchige Jo ist ein Lebenskünstler, wie es außer seinem Kumpel Mo keinen anderen gib. Jo ist kein Held.
Bei einem Südsee-Abenteuer “Aloha He” ist es ein ums Boot kreisender hai, in “mama Leone” die eigene Mutter-wenn´s eng wird, zieht der Hartholz-Hallodri den Schwanz ein oder findet eine Dreh, um Ärger aus den Weg zu gehen. Schon der Auftritt der wunderbar geschnitzten Puppen reicht meist aus, das Puplikum zum lachen zu bringen.
Als im verdienten Mallorca Urlaub das gemütliche Strand-Biergelage der besten Freunde Mo und Jo durch das Erscheinen einer Strandschönen aprubt gestört wird, gibt es spontanen Applaus.Grund ist offensichtlich der déjá-vu-Effekt bei einigen Zuschauern. Der dunkelbraun-ölige Körpwer der Wasserstoff-Blondiene ist nur mit einem winzigen Bikinivor den Bliken der beiden geschützt. Aber die Holznasen haben auch Subtileres im Programm.
Im letzten Stück erlebt der kleine Fanos´ eine Liebesromanze mit einer zarten Pflanze. Zum tragischen Ende muß er lernen, daß er nicht alles haben kann. Doch seine Schöpfer ließen ihn nicht allein. Einer der Intendante stieg zum Schluß mit einer Sonnenmaske aus der Welt der Stippenzieher zu ihm herab, um ihn zu trösten.Wer wollte, konnte nun mit ein paar besinnlichen Gedanken über das eigene Marionettendasein nach Hause gehen.

Bidub-dab-dab: "Ca swing a Düdweiler!"

“Abschied der Sommerszene von Saarbrücken-Umjubelter Auftritte von Bernard Massuir und den Holznasen”

Zum Auftakt gab es da das Puppenspieler Duo "Die Holznasen". Mit großen, faszinierend beweglichen Marionetten spielen Viktor Kucersa und Dirk Volkmann zwei kleine Szenen rund um ein hinreißendes Freundespaar. Diese beiden Kumpels, Marke Kippe im Mund und Bierflasche in der Hand, halten in ihrer trägen Latschigkeit fest zusammen. Sogar von einer kaffeebraunen Sexbombe am mallorcinischen Strand lassen sich nur vorübergehend zu Hahnenkampf-Prügeleien verleiten, und wenn "La Mamma" zu Besuch kommt, zimmern sie sich notfalls sogar ein Männerklo, um dem mütterlichen Einfluß zu entkommen -vergeblich Übrigens.. Nie sah man eine Holzpuppe derart lasziv den Hintern wiegen, wie die Strandschönheit der beiden "Holznasen". Hoch die Tassen runter die Moral. An der Bierflasche nuckeln und den Mädels nachschauen - viel weiter sind die beiden Kumpels des Marionettentheaters in ihrer Entwicklung nicht gekommen - zum Vergnügen des Publikums in Dudweiler, das an der Lebensphilosophie der Puppen-Kerls seine Freude hatte.

Schnitzertrick: "Das Gesicht muß immer ein Bißchen schief sein"

Holznasen " begeistern zum Abschluß des "Festivals an Fäden"
HAZ 03.03.1999

"Aloha he!" schallt der Ruf der Hawaianer übers Meer. Was er bedeutet, bleibt auch an diesem letzten Abend des zweiten Hildesheimer "Festivals an Fäden" unklar. Vielleicht ist es ein Gruß,vielleicht eine Lebenseinstellung, auf jeden Fall verbindet der Fernwehkranke damit Sonne, Wärme und Entspannung.Alles Dinge, auf die der arme Fischer Jo noch nie verzichten mußte. Jeden Tag, so wie auch heute, sticht er in See, um den dicksten Fang seines Lebens zu machen.Mit stoischer Ruhe rudert er in seinem hözernen Einbaum aufs Meer, wirft seine Angel aus und wartet. Doch diesmal wird sein ruhiges Einerlei gestört. Unverhofft lässt sich Dodo auf seinem Bootsrand nieder.Diese Kreuzung zwischen Geier und Pelikan raubt ihm die Angel und die Nerven. Letztlich enpuppt sich der gefiederte Störenfried jedoch als Lebensretter, und so bleibt Jo für diesen Tag die Gewissheit, zwar seinen Fang verloren, aber einen dicken Freund gefunden zu haben. Die Idee zu dieser charmanten Marionettenpantomime für zwei Stabmarionetten entsprang den pfiffigen Köpfen des Hildesheimer Marionettentheaters " Die Holznasen". Ihre Figuren sind aus Vollholz und wiegen bis zu zehn kilo. "Das Besondere an unseren Stabpuppen ist der ausgeklügelte Handmechanismus", erklärt Volkmann dem fasziniertem Publikum. Wer richtig hinsieht, kann zwischen Mo und Volkmann eine ziemliche Ãhnlichkeit entdecken.Und tatsächlich hat er seinem Kollegen, der für das Schnitzen zuständig ist, für Mo Modell gesessen."Das Gesicht muß immer ein bißchen schief sein, am besten zwei Profile haben, z.B. ein grinsendes auf der einen und ein ernstes auf der anderen Seite. Symetrische Marionettengesichter wirken aus der Entfernung einfach leblos".
Das kann man Mo und Jo wirklich nicht nachsagen.

Marionettentheater eigener Prägung:

Die Holznasen Viktor Kucera und Dirk Volkmann
Beitrag in der Hildesheimer Zeitung vom 15.April 1996

Sie nennen sich Holznasen. Mit den eigenen fast kahlen Schädeln hat das allerdings nichts zu tun, sondern mit ihrem Metier: Viktor Kucera und Dirk Volkmann machen Puppentheater ganz eigener Prägung. Demnächst sind sie mit ihrer neuen Produktion auch in Hildesheim zu sehen. Der Tscheche Viktor Kucera, seit elf Jahren in Hildesheim zu Hause, ist als Marionettist kein Unbekannter. Mit seinen in der eigenen Werkstatt geschnitzten Puppen ist er um die halbe Welt gezogen. Sein Publikum hat er sowohl beim Straßentheater als auch bei festlichen Galas gefunden (der Huckup berichtete mehrfach). Das Besondere an den handgearbeiteten und bis zu einem Meter hohen Puppen ist die verblüffende Lebendigkeit und Beweglichkeit: Louis Armstrong sieht eben auch aus wie Old Satchmo, und natürlich spielt er auch so Trompete. Wenn dann noch Ella Fitzgerald dazu singt oder Federico am Klavier seine Fingerfertigkeit beweist, ist das musikalische Ereignis perfekt. Neben den Einzelauftritten hat sich Viktor Kucera während der letzten Jahre verstärkt auch der Inszenierung ganzer Theaterstücke für die Puppenbühne gewidmet. Die Sage von der Mordmühle war dabei eine der ersten Auffährungen. Seit zwei Jahren arbeitet Viktor Kucera mit dem freischaffenden (Lebens-)Künstler Dirk Volkmann zusammen. Dadurch haben sich neue Möglichkeiten zur Umsetzung von Geschichten und auch zur Arbeitsteilung ergeben. Viktor schnitzt und baut die Marionetten, Dirk entwirft und gestaltet die Bühne, hinter der dann beide gemeinsam agieren und auch die verschiedenen Rollen sprechen. Die Puppenspieler, die sich zufälligerweise ähneln, als wären sie Brüder, haben ihre Inszenierungen inzwischen so angelegt, daß sie beide während des Spiels sichtbar sind. Die Bühne, vor der die Puppen zu lebendigen Geschöpfen werden, ist halbhoch. Darüber sieht man die oberen Körperhälften von Viktor Kucera und Dirk Volkmann. Manchmal tragen sie Masken zum Beispiel als Sonne oder als Mond dann wird die Aufmerksamkeit wieder auf die Hände gelenkt, die die Fäden ziehen und die Marionetten führen. Diese Form des Puppenspiels mit Texten Musik findet bei Kindern und bei und Erwachsenen gleichermaßen Anklang. Am 21. April 1996 um 15 und um 19 Uhr sind sie mit Ihrem Marionettentheater "Holznasen" im Riedelsaal der Volkshochschule zu erleben. Gespielt werden zwei Stücke, die für Kinder und für Erwachsene geeignet sind. "Fanos' große Liebe" hat ein bißchen von Exuperys "Kleinem Prinzen". Erzählt wird die Geschichte von der Liebe des traurigen Fanos zu einer wunderschönen Blume, die sich immer wieder verschließt. Untermalt wird das Stück von klassischer Musik. Für das jüngere Publikum zugeschnitten ist der "Froschkönig", in dem es einige Überraschungen und auch Improvisationen gibt: Die Puppenspieler wollen die zuschauenden Kinder direkt ins Spiel einbeziehen und die Reaktionen entsprechend umsetzen. Das ist für beide Seiten spannend und reizvoll, weil sich die Geschichte immer wieder anders entwickelt. Zehn Monate Vorbereitungszeit haben die "Holzköpfe" gebraucht, bis die Puppen geschnitzt und gekleidet waren, die Kulissen standen, die Stücke Marionettentheatergerecht erarbeitet sowie Erzählweise und Dialoge formuliert waren. Nun ist der Entwicklungsprozeß abgeschlossen. Die ersten Aufführungen in Kindergärten und auf Kleinkunstbühnen sind gut gelaufen. Der Vorhang kann sich für ein neues Spiel öffnen.